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Markus & Martha – Zwei Ingenieure und ihr Weg nach Australien
Visapath client story · Deutschland/ Mexiko → Sydney
Entscheidung für Australien
Markus und Martha lernen sich während ihres Masterstudiums in Engineering Management an der University of Newcastle in Australien kennen. Beide kommen aus unterschiedlichen Teilen der Welt – Markus aus Deutschland, Martha aus Mexiko. Sie haben viele positive Erinnerungen an diese Studienzeit: Sie studieren, machen Roadtrips, leben nah am Meer und nehmen eine entspanntere Work-Life-Balance wahr als in ihren Heimatländern.
„Wir haben damals gesagt: Wir möchten an einem Ort leben, an dem wir uns beide wohl fühlen und glücklich sind“, erinnert sich Martha.
Deutschland fühlte sich für sie zu streng getaktet an, Mexiko war für Markus wegen der Sicherheitslage keine dauerhafte Option. Australien war das perfekte Mittelmaß: sonnig, offen, sicher – und mit einem Lebensrhythmus, der zu beiden passte.
Also reifte der Entschluss, es dort gemeinsam zu versuchen. Nicht mit blauäugigem Optimismus, sondern mit der Haltung: Lieber versuchen, als später bereuen.
Auf einem Blick
Zeitschiene
2021 → 2023
Ort
Sydney, NSW
Status
Permanent Residents (Skilled Visa)
Ein Visumsprozess mit vielen Etappen
2021 begann für die beiden der lange Weg durchs australische Visa-System – von Anfang an begleitet von Visapath.
„Ich hab damals einfach gegoogelt: Visa Australia und bin auf euch gestoßen“, erzählt Markus. Nach dem ersten Beratungsgespräch stand fest: Sie wollten professionell begleitet werden.
Der erste Schritt war die Skills Assessment für Markus’ Ingenieurqualifikation.
„Ich hätte nie gedacht, dass das so aufwendig ist“, sagt er heute. „Diese Detailtiefe, Nachweise, Berichte, Arbeitszeugnisse – das war wirklich ein bürokratischer Marathon.“
Im April 2022 lag das positive Ergebnis vor. Direkt im Anschluss wurden die Expression of Interest (EOI) für das 189 Skilled Independent Visa sowie Visa mit State Nomination eingereicht.
Statt in Deutschland zu bleiben und abzuwarten, entschieden sich beide für ein Sabbatical. Markus kündigte seinen Job, sie verkauften vieles und reisten los, ohne zu wissen, ob sie jemals eine Einladung für das Visum in Australien erhalten würden.
„Ich hatte Tage, da dachte ich: Es bringt alles nichts“, erinnert sich Martha. „Und dann wieder Momente, in denen wir einfach weitergemacht haben.“
Plan B: Ein PhD in Sydney
Parallel zu ihrer EOI begann Markus, an einem Plan-B zu arbeiten und recherchiert PhD-Möglichkeiten in Australien. „Der Weg über ein Studentenvisum war unsere Alternative, kurzfristiger nach Australien gelangen zu können.“
Während sie durch die USA reisten, fand er zufällig eine passende Position an der University of Sydney und bewarb sich.
„Ich hatte das Bewerbungsgespräch im Hotel in Las Vegas“, sagt er lachend.
Wie der Zufall es wollte ging es dann ganz schnell und zwei Wochen später war die Zusage da, und damit ein realistischer Einstieg nach Australien: Selbst noch ohne erfolgreiche Expression of Interest für ein General Skilled Migration Visum könnten beide über ein Student Visa (Subclass 500) einreisen und Markus könnte mit seinem PhD beginnen. Das Studentenvisum wird somit zusammen mit Visapath parallel vorbereitet und eingereicht.
Einladung in Peru, Student Visa und PR
Im Oktober 2022 kommt dann die entscheidende Nachricht: die Einladung zur Antragstellung für das Skilled Independent Visa (subclass 189).
Markus und Martha waren zu diesem Zeitpunkt in Peru auf dem Weg nach Machu Pichu unterwegs, als die E-Mail auf dem Handy aufpoppte. „Ich hab die E-Mail gesehen und konnte es nicht glauben“, erzählt Martha. „Ich hab sofort meine Eltern angerufen. Das war einer dieser Momente, die man nie vergisst.“
Sie entschieden sich, dennoch zunächst mit dem Studentenvisum einzureisen. Es bot ihnen die Möglichkeit, sofort nach Australien aufzubrechen, ohne Monate auf die Genehmigung des Permanent Residency warten zu müssen.
Im März 2023 kommen sie in Sydney an. Der Antrag für Skilled Independent Visa (subclass 189) läuft weiter im Hintergrund, während sie sich bereits ein neues Leben aufbauen.
Das 189-Visum, und damit der Status als Permanent Residents, wird schließlich im November 2023 bewilligt, als sie schon seit mehreren Monaten in Australien leben.
Für die beiden bedeutet das vor allem: Sicherheit und Planbarkeit – keine befristeten Aufenthalte mehr, sondern die Möglichkeit, langfristig zu bleiben und irgendwann auch die australische Staatsbürgerschaft anzustreben. Zudem fiel die teure private Krankenversicherung weg, die für das Studentenviusm verpflichtend ist. „Das war eine große finanzielle Erleichterung, da wir direkt die Australische Krankenversicherung Medicare beantragen konnten“ meint Markus.
Ankommen in Sydney: PhD und Jobsuche
Markus begann unmittelbar mit seinem PhD an der University of Sydney. Kurz darauf nimmt er, parallel zur Unitätigkeit, eine Teilzeitposition bei einem Unternehmen für Oberflächentechnik an, wo er ein bis zwei Tage pro Woche in der Forschung und Entwicklung arbeitet.
Zusätzlich engagiert er sich inzwischen bei den State Emergency Services, dem australischen Katastrophenschutz. „Ich war früher beim Roten Kreuz in Deutschland und wollte etwas Ähnliches hier finden. Das gibt mir viel Gemeinschaft zurück.“
Für Martha gestaltete sich der Einstieg auf dem Arbeitsmarkt zunächst schwieriger.
Sie bewarb sich auf unterschiedlichste Stellen und bekam zunächst wenig Resonanz. Über den Sohn des Vermieters kam sie zu ihrem ersten Job bei einem Hypothekenvermittler. Kurz darauf wechselte sie in den Lebensmittelgroßhandel. Sie sagt, dass sie diese Mischung aus Organisation, Logistik und Kundenkontakt inzwischen sehr schätzt.
Ganz ohne Herausforderungen war der Umzug nicht. „Sozial war es am schwierigsten“, erzählt Markus. „Ich hatte in Deutschland Freunde aus Schulzeiten und Studium. So etwas wiederzufinden ist nicht einfach, gerade in einer großen Stadt wie Sydney.“
Für Martha war es vor allem die Distanz zur Familie. „Wir telefonieren viel, aber es ist nicht dasselbe wie einfach vorbeizufahren.“
Alltag zwischen Job und Meer
Inzwischen hat sich das Leben zwischen Campus, Arbeit und Freizeit eingespielt.
In der Freizeit zieht es die beiden so oft wie möglich nach draußen. Sie sind gerne an der Küste, gehen wandern, fahren Kajak, grillen in den Parks und sitzen zum Sonnenuntergang am Strand. An einem Wochenende beobachten sie ein Walkalb mit seiner Mutter, das minutenlang neben der Küste aus dem Wasser springt – ein Erlebnis, das sie nicht vergessen. Solche Momente sind für sie der Inbegriff dessen, was Australien besonderes macht: Natur, die Teil des Alltags ist, nicht nur Urlaubskulisse.
Kleine Hilfen: Die Sydney-Webcam
Schon vor ihrem Umzug nach Australien umziehen, suchte Markus nach Wegen, um während des ganzen Prozesses motiviert zu bleiben.
In seinem Büro hatte er fast täglich einen Webcam-livestream von Sydney: Hafen, Skyline, Wetter in Echtzeit. „Das war für mich mehr als ein Hintergrund. Es hat mich täglich an mein Ziel erinnert, diesen Blick wieder selbst sehen und damit motiviert, weiterzumachen.
Australien-Klischees – und die Realität
Auf die typischen Australien-Klischees angesprochen – giftige Schlangen, Spinnen und „die gefährlichsten Tiere der Welt“ – reagieren Markus und Martha eher entspannt.
„Schlangen und Spinnen? Viele Australier fürchten eher swooping magpies“, sagt Markus schmunzelnd. Diese Elstern greifen in der Brutzeit Radfahrer und Fußgänger an – und sind damit für viele die eigentlich gefürchteten Tiere der Australier, wesentlich präsenter im Alltag als jede Schlange.
Blick nach vorn
Mittelfristig könnten sie sich vorstellen, Sydney gegen eine ruhigere Region zu tauschen. Western Australia, das viele Jobmöglichkeiten gerade für Ingenieure bietet, ziehen sie dafür in Erwägung.
Markus möchte nach dem PhD zurück in die Industrie gehen, Martha überlegt, wieder stärker in Richtung Engineering oder Projektmanagement zu gehen.
„Wir haben gelernt, dass nichts selbstverständlich ist“, sagt Markus. „Aber wir haben auch gesehen, wie viel erreichbar ist, wenn man Schritt für Schritt geht.“
Auch wenn beide betonten, dass nichts endgültig ist und sich Pläne ändern können, so soll Australien es für sie bleiben. Die australische Staatsbürgerschaft zu beantragen ist für sie der nächste Schritt. „Wir freuen uns schon auf die Zeremonie – mit Koala und allem Drum und Dran“, sagt Martha lachend.
Was bleibt, ist das Gefühl, eine mutige, aber stimmige Entscheidung getroffen zu haben. Der Weg nach Australien war für sie nie „Alles oder Nichts“, sondern ein gemeinsamer Versuch, der sich richtig angefühlt hat und sich bis heute richtig anfühlt.
Interview mit Markus & Martha
Welche Tipps würdet ihr Menschen geben, die mit dem Gedanken spielen, nach Australien auszuwandern?
Markus: „Zum einen: realistisch bleiben. Es gibt kein ‚alles wird automatisch perfekt‘. Es kostet Zeit, Geld und Nerven – gerade mental. Uns hat geholfen, den Prozess in kleine Schritte aufzuteilen und nicht immer auf das große Ganze zu starren. Und wir würden auf jeden Fall empfehlen, sich Hilfe zu holen. Der Visaprozess ist komplex, zum Teil unübersichtlich. Für uns war es extrem beruhigend zu wissen, dass jemand draufschaut, der weiß, was er tut – und dass wir nicht alleine versuchen müssen, das alles zu verstehen.“
Und wie habt ihr die Zusammenarbeit mit Visapath erlebt?
Markus: „Für uns war es ein riesiger Unterschied, ob man nur mit einer anonymen Checkliste arbeitet oder Menschen an der Seite hat, die man wirklich kennt und ansprechen kann. Wir hatten nie das Gefühl, einfach nur ein Vorgang in einem System zu sein. Es war immer persönlich, menschlich und zugewandt – wir konnten nachfragen, Zweifel ansprechen, und ihr habt mitgedacht, statt nur eine Dienstleistung ‚abzuwickeln‘. Gerade beim Skills Assessment und bei der Kombination aus PhD, Studentenvisum und PR waren eure Struktur, eure Einschätzungen und auch die ehrliche, menschliche Rückmeldung unglaublich hilfreich.“
Was bedeutet euch eure Permanent Residency persönlich – jenseits der reinen Visafakten?
Markus: „Sie steht für uns für Freiheit und Anerkennung. Es ist nicht nur ein Stempel im Pass, sondern ein Zeichen: Ihr dürft bleiben, ihr gehört ein Stück weit dazu. Wir müssen nicht alle paar Jahre überlegen, welches Visum als nächstes kommt, sondern können in Ruhe planen. Und es gibt uns das Gefühl, dass sich der ganze Aufwand, das Warten, die Unsicherheit gelohnt haben. Wir sind stolz darauf, das geschafft zu haben.“
Wie unterscheidet sich das Arbeitsleben in Australien von euren Erfahrungen in Deutschland und Mexiko?
Martha: „In Australien ist der Umgang im Büro viel lockerer als wir es von Deutschland und Mexiko gewohnt sind. Hier kann man einfach in das Büro vom Chef gehen, ohne große Hierarchien zu spüren. Wenn du krank bist oder später kommst, weil etwas passiert ist, sagt niemand gleich: Das geht nicht. In Mexiko würde meine Mutter sofort sagen: ‚Pass auf, die feuern dich.‘ Hier ist das normal, solange man seine Arbeit macht.“
Markus: “Auf der anderen Seite gibt es weniger Urlaub und weniger formale Sicherheit als in Deutschland. Es ist entspannter – aber auch ein bisschen weniger abgepolstert.“
Fühlt sich Australien für euch inzwischen wie Heimat an?
Martha: „Für mich fühlt es sich immer mehr nach Zuhause an. Ich kann mir gut vorstellen, hier Kinder großzuziehen und langfristig zu leben – wenn meine Familie mich öfter besuchen würde, wäre es perfekt.“.
Markus: „Für mich ist es immer noch irgendetwas zwischen Tourist und Einheimischem. Man gehört dazu, aber ein Teil ist und bleibt immer deutsch. Vielleicht ist das auch okay so – das macht schließlich aus, wer wir sind.“
Was liebt ihr an eurem Alltag in Australien am meisten – auch im Unterschied zu Deutschland und Mexiko?
Markus: „Wenn ich nach Deutschland zurückkomme, habe ich jedes Mal so eine Art umgekehrten Kulturschock. Alle wirken gestresst, niemand lächelt so richtig. Hier genießen wir das Gegenteil: gutes Wetter, viele Barbecue-Spots, einfach draußen sein, Kayak fahren, Picknick machen, den Sonnenuntergang anschauen. In Mexiko wäre das wegen der Sicherheit oft nicht möglich, in Deutschland scheitert vieles am Wetter. Genau diese Freiheit draußen ist für mich der größte Unterschied – und einer der Gründe, warum es sich wie eine gute Entscheidung anfühlt.“
Martha: „Für mich ist es ein Privileg, so nah am Wasser zu leben. Man kann fast jeden Tag an den Strand, und gleichzeitig ganz normal arbeiten – normalerweise kennt man solche Orte nur aus dem Urlaub. Das lieben wir hier sehr. Aber vor allem der Verkehr in Sydney kann wirklich nerven, weil man für kurze Strecken manchmal ewig braucht.“
Bereit, Ihr eigenes Kapitel zu beginnen?
Von den ersten Fragen bis zur Visumserteilung – wir begleiten Sie auf jedem Schritt Ihres Weges nach Australien.