Als Rentner nach Australien auswandern

Ruhestand Australien
Wer als Rentner nach Australien auswandern will, benötigt ein Visum, das ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht einräumt. Aber welche Visumsoptionen stehen zur Verfügung, wenn ein Fachkräftevisum aufgrund des Alters keine Option ist?

Den Ruhestand in Australien verbringen? Im Alter auswandern und sich eine neue Existenz im warmen Klima Australiens aufbauen? Häufig erreicht uns die Frage, wie man denn auch noch als Rentner eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis für Australien erhalten kann. In diesem Artikel möchten wir Ihnen einen kurzen Überblick über die verschiedenen Visumsoptionen geben.

Die wichtigste Hürde, um sich für einen längeren Zeitraum oder dauerhaft in Australien aufhalten zu können, ist ein passendes Visum zu erhalten. Für einen dauerhaften Aufenthalt in Australien benötigt man eine sogenannte Permanent Residency. Hierfür gibt es grundsätzlich verschiedene Möglichkeiten. Für jedes Visum gelten jeweils eigene Voraussetzungen. Welches der australischen Visa in Frage kommen kann, ist also abhängig von den eigenen Voraussetzungen und Plänen. 

Für finanziell unabhängige Rentner ab 55 Jahre, die bereit waren eine Investition in Australien zu tätigen, gab es noch bis 2018 das sogenannte Investor Retirement Visa. Mit diesem Aufenthaltstitel ermöglichte es die australische Regierung Auswanderern im Rentenalter Ihren Lebensabend in Australien zu verbringen. Leider wurde das Investor Retirement Programm aber mittlerweile für Neuanträge geschlossen und steht damit nur noch Personen offen, die bereits ein Visum aus dieser Klasse halten und dieses verlängern möchten. Für alle, die sich also nun neu dazu entschließen, den Ruhestand in Australien verbringen zu wollen, bleibt also nur auf Alternativen auszuweichen. Aber welche Alternativen zum Investor Retirement Visum kann es geben für Rentner, die nach Australien auswandern möchten?  

Das Alter spielt nämlich eine entscheidende Rolle für viele der australischen Visa, vor allem dann, wenn es um die Visa geht, die Zugang zu einer dauerhaften Aufenthaltserlaubnis in Australien ermöglichen. Der klassische Zugangsweg zur Permanent Residency ist für die meisten Australienauswanderer eines der australischen Fachkräftevisa (Skilled Visa). Die Visa dieser Kategorie haben aber eine Altersgrenze von unter 45 Jahren (diese Altersgrenze greift zum Zeitpunkt der Abgabe des Visumantrages). Andere Visaklassen bieten den Zugang zur dauerhaften Aufenthaltsgenehmigung bis zum Alter von 54 Jahren (auch hier greift die Altersgrenze zum Zeitpunkt der Abgabe des Visumantrages). Ab 55 Jahren ist jedoch in der Regel bei den meisten Visa Schluss. Welche Optionen bleiben also, für alle die Ihren 55. Geburtstag schon gefeiert haben, sich aber noch jung genug fühlen für einen Neustart in Australien? 

Fachkräftevisa: Altersgrenze gilt nur für den Hauptantragsteller

Ein Fachkräftevisum ermöglicht es grundsätzlich auch Paaren nach Australien auszuwandern. Erfüllt einer der beiden Partner die Voraussetzungen für ein Skilled Visa, ist dieser der Hauptantragsteller für dieses Visum, der seinen Partner ganz einfach in das Visum mit aufnehmen kann.  In Bezug auf die Altersgrenze gilt hierbei: Die Altersgrenze von unter 45 Jahren gilt nur für den Hauptantragsteller, nicht für den Partner. Erfüllt der Hauptantragsteller alle Visumsvoraussetzungen, z.B. hinsichtlich Beruf und Berufserfahrung bei einem Fachkräftevisum, dann macht es nichts, wenn der Partner als mitreisendes Familienmitglied die Altersgrenze bereits überschritten hat. Damit muss also bei Paaren nur einer von beiden unter der vorgegebenen Altersgrenze liegen. 

Investorenvisum: Altersgrenze abhängig von der Investitionsbereitschaft

Die australischen Business & Innovation Visa haben im Vergleich zu den Fachkräftevisa eine erhöhte Altersgrenze. Australien bietet eine ganze Reihe verschiedener Visa Streams an, sowohl für passive Investoren als auch für aktive Unternehmensgründer. Allerdings greift auch hier in den meisten Fällen ein Alterslimit von 55 Jahren. Dennoch, es gibt in diesem Bereich eine Ausnahme. Das Significant Investor Visa verzichtet völlig auf eine Altersgrenze und kann damit für den ein oder anderen einen möglichen Ansatz für ein Leben in Australien bieten. Beim Significant Investor Visa gibt es nämlich, neben den allgemeinen formalen Anforderungen hinsichtlich Vorstrafen und Gesundheit, im Wesentlichen nur eine Voraussetzung: Man muss bereit sein für einen Zeitraum von mindestens 4 Jahren einen Betrag in Höhe von derzeit 5 Mio. australischen Dollar (Stand Januar 2021) in bestimmte australische Anlageklassen zu investieren.

Das für das Significant Investor Visa vorgegebene Portfolio setzt sich zusammen aus einem Mix aus Aktien und festverzinslichen Wertpapieren australischer Unternehmen, Gewerbeimmobilien und Beteiligungen an Venture Capital Fonds, die in junge australische Unternehmen investieren. In der Regel wird das angelegte Geld von spezialisierten Finanzdienstleistern verwaltet und in spezielle Fonds investiert, welche die Visumvorgaben erfüllen. Innerhalb bestimmter Grenzen kann man hier auch selbst Einfluss auf den Anlagemix nehmen. Die Erträge aus diesen Anlagen müssen übrigens nicht re-investiert werden, sondern dürfen für den Lebensunterhalt oder andere Zwecke entnommen werden. Nach den vorgeschriebenen 4 Jahren kann man dann die zunächst befristete Aufenthaltserlaubnis relativ problemlos in ein dauerhaftes Visum umwandeln und ist dann auch nicht mehr an die Anlageverpflichtung gebunden, sondern kann sein Vermögen wieder frei verwenden. 

Elternvisum: Bei den Kindern in Australien leben

Leben die Kinder vielleicht schon in Australien, kann ein Elternvisum eine Option sein, um nach Australien auszuwandern. Denn sind die Kinder australische Staatsbürger oder Permanent Residents, dann kann unter bestimmten Voraussetzungen ein Elternvisum eine interessante Option sein, die komplett altersunabhängig ist. Es gibt verschiedene Elternvisaklassen, von denen einige auch den Zugang zur Permanent Residency ermöglichen. Unter den dauerhaften Optionen sind insbesondere das Contributory Parent Visa und das Contributory Aged Parent Visa die Visaklassen, die einen realistischen Zugangsweg zu einer dauerhaften australischen Aufenthaltserlaubnis geben können. Eine wesentliche Voraussetzung für die Contributory Parent Visa ist, dass der sogenannte Balance-of-Family Test erfüllt werden kann. Dabei wird geprüft, ob mindestens 50% der eigenen Kinder australische Staatsbürger oder Permanent Residents sind. Konkretes Beispiel: Hat man insgesamt zwei Kindern, von denen eines in Europa und das zweite als Permanent Resident in Australien lebt, ist der Balance of Family Test bestanden und damit diese Voraussetzung für das Parent Visa erfüllt. 

Partnervisum: Zum Partner nach Australien ziehen

Wer in der glücklichen Situation ist einen australischen Partner zu haben, für den gibt es die Möglichkeit eines Partnervisums, wenn der Partner ein australischer Staatsbürger oder Permanent Resident ist. Denn auch für dieses Visum gibt es keine Altersbegrenzung. Bei einem Partnervisum geht es nämlich in aller erster Linie darum nachzuweisen, dass man die für das Visum vorgegebenen Partnerschaftsvoraussetzungen erfüllen und die Beziehung mit einem Australier entsprechend belegen kann. Um ein Partnervisum beantragen zu können, muss man übrigens nicht unbedingt verheiratet sein. Auch unverheiratete Paare können als de-facto Partner die Voraussetzungen für die australischen Partnervisa erfüllen. 

Was, wenn keine der oben genannten Optionen passt? Welche befristeten Alternativen stehen zur Verfügung?

Was, wenn keine der oben genannten Optionen auf die eigene Situation passt? In dem Fall muss man auf Alternativen zurückgreifen, die in der Regel mit bestimmten Einschränkungen und Auflagen verbunden sind und daher nicht ganz so viel Flexibilität bieten wie eine Permanent Residency in Australien. 

Befristetes Arbeitsvisum

Wer arbeiten will und außerdem einen australischen Arbeitgeber findet, kann sich über das Temporary Skill Shortage, oder kurz TSS visa auf ein befristetes Fachkräftevisa sponsoren lassen. Denn dieses australische Arbeitsvisum ist altersunabhängig, ermöglicht dabei aber nur ein zeitlich begrenztes Australienerlebnis. Für das TSS Visum ist ein konkretes Arbeitsplatzangebot nötig und beinhaltet die Auflage auch entsprechend in Vollzeit für diesen Arbeitgeber zu arbeiten, während man sich in Australien aufhält. Endet das Arbeitsverhältnis schließlich, so endet damit auch das Visum. Der Gültigkeitszeitraum eines TSS visa ist abhängig vom jeweiligen Beruf und dem konkreten Arbeitsplatzangebot, maximal 4 Jahre sind hiermit möglich.

Temporary Parent Visa

Für Eltern, deren Kinder in Australien leben, die aber den Balance-of-Family Test nicht erfüllen, können einige zeitlich befristete Elternvisa eine Alternative bieten. Diese ermöglichen zwar keinen Zugang zu einer Permanent Residency, können aber für eine Aufenthaltsdauer von bis zu 5 Jahren am Stück beantragt werden und es so ermöglichen zumindest für einige Jahre am Stück bei den Kindern in Australien zu leben.

Langzeitbesuchervisa

Eine andere Alternative, wenn man weder ein Arbeitsplatzangebot, noch in Australien lebende Kinder hat, kann auch ein Besuchervisum (Visitor Visa) sein, welches einen ununterbrochenen Aufenthalt von bis zu 12 Monaten ermöglichen kann. Wird dies mit der Erlaubnis zur mehrfachen Einreise (Multiple Entries) erteilt, kann dies zusätzliche Flexibilität geben und so zumindest ein Leben in Australien auf Zeit ermöglichen.

Vorsicht ist jedoch geboten, wenn mehrere Besuchervisa und längere Australienaufenthalte aneinander anschließen oder kurz aufeinander folgen. Denn bei zu langen und/oder zu häufigen Aufenthalten können die australischen Einwanderungsbehörden unterstellen, dass das Visitor Visa nicht zu Urlaubs- oder Besuchszwecken dient, sondern man so eine defakto Residenz in Australien etablieren will. Dies kann ab einer bestimmten Aufenthaltshäufigkeit zu einer Ablehnung des Visumantrages führen. Wer also beabsichtigt mehrere Besuchervisa in Folge zu beantragen, sollte sich im Vorfeld genau zu den einwanderungsrechtlichen Bestimmungen informieren.  

Was ist eigentlich mit der Krankenversicherung, wenn man als Rentner nach Australien geht?

Eine wichtige und immer wieder gestellte Frage ist, wie es sich mit der Krankenversicherung verhält, wenn man als Rentner nach Australien gehen möchte. Das hängt in erster Linie davon ab, welches australische Visum man hat. Wer ein dauerhaftes Visum (Permanent Residency) erhält, hat grundsätzlich Anspruch im staatlichen, steuerfinanzierten Medicare-System Australiens Mitglied zu werden. Für Medicare werden keine gesonderten Beiträge erhoben, die Finanzierung erfolgt vielmehr über das australische Steuersystem. Für nicht durch Medicare abgedeckte Leistungen kann darüber hinaus eine private Zusatzversicherung abgeschlossen werden, dies ist auch für Rentner problemlos möglich. Hat man kein dauerhaftes Visum, sondern nur eine befristete Aufenthaltserlaubnis in Australien, kommt es auf verschiedene Aspekte an. Für manche befristete Visa Klassen, insbesondere wenn diese einen Pfad zu einer dauerhaften Aufenthaltserlaubnis einräumen, besteht teilweise die Möglichkeit einen vorläufigen Zugang zu Medicare zu erhalten. Wer nicht über Medicare versichert ist, der muss sich entsprechend privat versichern. 

 

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Herauszufinden, welche australische Visumskategorie die besten Voraussetzungen bietet, ist die erste große Hürde auf dem Weg nach Australien. Wir unterstützen Sie auf dem Weg zum australischen Visum. Erfahren Sie mehr zum Ablauf und starten Sie mit Ihrer persönlichen Erstberatung. 

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